Mopszucht
Aus einem schlechtem Rohling (Welpen) kann kein wertvoller Edelstein geschliffen werden.
Eine Aussage, der wohl jeder zustimmt. Doch was hat sie mit der Zucht von Möpsen, bzw. Hunden im
allgemeinen gemeinsam?
Ein Welpe, der zwischen der 8. und 12. Woche in sein neues Zuhause kommt, ist, so könnte man sagen, ein Rohling, der dann von seinem neuen Umfeld, der Erziehung "geschliffen", geformt wird. Ist ein solcher Welpe nicht bestens vom Züchter geformt (geprägt) worden, dann kann alle Mühe in derErziehung bzw. Haltung vergebens sein. Er kann kein wertvoll "geschliffener Edelstein" mehr werden.
Eine Tatsache, der viel zu wenig Beachtung & Aufmerksamkeit geschenkt wird.Aus diesem Grund legen wir in unserer Mopszucht größten Wert auf eine optimal ausgestaltete
Prägephase, die zwischen ca. der 3. bis 8. Woche, mit viel Mühen und Aufwendungen gestaltet wird!
Um die Wichtigkeit dieser Prägephase zu Unterstreichen, noch ein Beispiel:
Eine falsch geprägte Münze kann man wieder einschmelzen und neu prägen; aber ein schlecht geprägter Hund (Mops) wird diesen Mangel ein Leben lang behalten, mit allen negativen Auswirkungen in derHaltung oder der Erziehung.
Wie gestalte ich diese, zwischen der ca. 3. und ca. 8. Woche wichtige Prägephase beim Mops Welpen?
Über allem steht Geborgenheit und Vertauen mit viel Kontaktmöglichkeiten und Abwechslung.
Die Auswahl der Zuchttiere muss gewährleisten, dass nicht nur die genetischen Vorraussetzungen für eine Rassehundezucht stimmig sind, sondern, dass das Verhalten, das Wesen, der Charakter der Zuchthunde sicher stellt, dass die Entwicklung der Welpen zu einem sozial verträglichen und ausgeglichenen Hund / Mops führt.
Aus diesem Grund können sich alle Hunde bei mir frei bewegen, auch und gerade wenn ein Wurf da ist.
So wird das Wesen, der Charakter der Welpen rechtzeitig vom ganzen Rudel und der Umwelt mit geprägt.
Das Umfeld meiner Zuchtstätte gewährleistet genügend Abwechslung im Haus aber auch im Garten,
so dass der großen Neugier des Mops genügend "Spielmöglichkeiten" gegeben wird.
Man könnte sagen: Für die Welpen gibt es einen großen Abenteuer Spielplatz, mit Katzen, Schafen, Federvieh, Hasen und anderen Tieren. Vielen Plätzen und Gegebenheiten wo man die
Geschicklichkeit ausbilden kann oder nur seinen Träumen nachhängen kann, aber auch, und besonders wichtig, vielen Kontaktmöglichkeiten zu Menschen / Kindern.
Ein Hund beschmutzt nicht sein Nest. So können die Welpen bei mir ihr Lager für ihre Bedürfnisse verlasse, dies hilft später bei der Stubenreinheit.
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Ich bin 24 Stunden täglich anwesend. So kann ich, bei Bedarf, jeder Zeit einschreiten. (Auch Nachts.)
Das Wurflager befindet sich deshalb auch direkt neben unserem Bett.
Wir sind schon bei der Geburt dabei, was allerdings noch keine Auswirkung auf die Welpen haben
dürfte.
In ca. der dritten Woche, wenn die Ohren zu lauschen beginnen, die Augen geöffnet und die Nase zu riechen beginnt, fängt die "Prägearbeit" an, - immer und jeder Zeit, bei der jetzt beginnenden Erkundung der Welt leitend (prägend) dabei zu sein.
Nicht nur Menschen lernen im Spiel bestens, auch der Hund. So spielen und tobe wir täglich ausgiebig mit den kleinen Partisanen.
Das Spielen ist einer der wesentlichen "Prägehilfsmittelmittel", da der soziale Zusammenhang freudig (positiv) erlernt (geprägt) wird.
Wir, also der Mensch dient in den Augen des Welpen als Leitbild / als Orientierungshilfe und ganz
wichtig als schützender Hafen.
Die ersten Kommunikationen zwischen den Welpen aber auch zwischen den Welpen und mir (Mensch) wird aufgebaut.
Bringe ich z.B. Futter, so pfeife ich und schnell erkennt der Welpe, dass es sich lohnt zu mir (Mensch) zu kommen.
Auch die Geschmacksnerven werden in dieser Zeit geprägt. So koche ich ein abwechslungsreiches, natürlich zubereitetes Futter. (Zur optimalen Vorbereitung gibt es auch schon mal Fertigfutter, da nicht jeder Halter ein "Hundekoch" werden möchte.)
In dieser Prägezeit erlernen die Welpen auch die Beißhemmung durch die Erfahrung, dass ein Biss schmerzt.
Ich kann dann den Welpen zeigen, dass man mit Menschenhaut noch etwas vorsichtiger sein muß.
Nicht nur, aber wesentlich erlernen die Welpen vom Rüden, dass man sich schon mal unterwerfen muss um den "Chef" friedlich zu stimmen. Erlernt der Welpe die Unterordnung in diesem Alter nicht, so wird er es auch später nicht tun.
Aber auch die Unterordnung gegenüber den Menschen wird eingeübt. Dafür genügen schon kleinste (menschliche) Signale des Unmuts, die dann für immer eingeprägt sind.
Erhebe ich z.B. die Stimme und den Finger, so erkennt der Welpe schnell und für immer dieses Signal.
Da ein Mopswurf im Haus gestaltet wird, werden die Welpen von an beginn an mit den Geräuschen, Düften und Gegebenheiten in einem Haushalt vertraut gemacht.
Da wird direkt neben dem Wurflager gesaugt, der Mixer wird von uns demonstrativ laufen gelassen, die Musik aus dem Radio oder die Stimmen und Bilder des Fernsehers machen die Kleinen nur anfänglich Neugierig.
So geschieht alles dies, was auch später im Leben eines Mops alltäglich sein wird.
Es kommt Besuch, der Postbote oder das Telefon klingelt.
Der Welpe muss bei uns auch mal ganz alleine in einem Raum verbringen. So wird das "allein sein" auch später kein größeres Problem.
Auch die Werkstatt ist kein Tabu für die Kleinen. Hier laufen laute Maschinen und die harten Schläge des Hammers "machen den Hund Schussfest". Gewitter ertragen ist dann auch später kein Problem.
Die Autofahrt wartet dann auf die kleinen Partisanen, wenn wir alle zum Impfen fahren.
Die Eindrücke (Düfte, Geräusche, Berührungen von vollkommen fremden Menschen) einer Tierarztpraxis kennt man also schon, wenn man dann ins neue Zuhause kommt.
Viel helfen mir die Anatolischen Hirtenhunde in dieser Prägephase.
Schon in den ersten Wochen begrüßen gerade diese Hirtenhunde, die frisch geboren mit aller Sanftmut.
So ist ein "Riese" von den ersten Tagen an, etwas selbstverständliche für unsere Möpse.
Bei alledem wird ein Welpe von mir niemals gestraft. Einzig die Ablenkung von den (geplanten) Schandtaten zählt als erzieherische Maßnahme. Das Vertauensverhältnis (Mensch / Hund) darf und wird niemals durch unangemessenes Verhalten meinerseits gestört. Denn der Mensch soll für den Hund als "Artgenosse" für immer erkannt werden und ihm allein gehört die ranghöchste Stellung.
So hat die Erhaltung, der beeidruckenden "schauspielerischen" Charaktere / Wesensmerkmale und die fantastische soziale Kompetenz dieser Hunderasse Mops höchste Priorität in unserer Zucht. In der Aufzucht unserer Welpen gilt, eben jenes, freudige Wesen aber auch den Hund im Mops zu erhalten bzw. zu prägen.
Angelika Dürr
Tel. 02291 900688
eMail: Charlys-Hundefarm@.t-online.de